Ein unglaublicher Fehlstart
Die Mannschaft des EHC Visp bleibt weiterhin eine launische Diva. Nach dem glanzvollen Heimsieg gegen den SC Langenthal zum Jahresabschluss folge prompt die Ernüchterung. Nach einem echten Debakel im Mitteldrittel verloren die Visper gegen das Schlusslicht Thurgau mit 8:4 (3:2, 4:0, 1:2) Toren. Damit war nicht nur die dritte Niederlage gegen dieses weit schwächer eingestufte Team besiegelt, sondern auch der zweite Tabellenplatz verloren. Die Oberwalliser scheinen derzeit auch kaum in der Lage zu sein, eine Siegesserie hinzulegen und sich so eine gute Ausgangslage für die Playoffs zu schaffen. Im Gegenteil: so laufen sie Gefahr, gar auf den vierten Rang abzurutschen.
Die Visper Mannschaft müsste es längst wissen, dass in dieser Saison gegen kein einziges Team der Liga in vier Minuten ein Spiel zu gewinnen ist. Wie in der Weihnachtswoche im Auswärtsspiel gegen den HC Lausanne legten die Oberwalliser einen Blitzstart, der ihnen nicht zu bekommen scheint, hin. Nach nur 114 Sekunden führten sie bereits mit zwei Toren. Zuerst hatte Alain Brunold auf und dann Michaël Loichat auf Pass von Marc Rüegg getroffen. Was nach dem Time-out der Thurgauer folgte, war ein offener, attraktiver Schlagabtausch, in dem die Gastgeber die Nase vorn behielten. Nach Toren von Brem und Arnold schufen sie den Ausgleich. Sekunden vor Drittelsende gelang ihnen sogar der Führungstreffer durch Arnold.
Nach der Pause war die Visper Mannschaft nicht wieder zu erkennen. Die Gegenwehr hielt sich dermassen in Grenzen, dass die Thurgauer die Entscheidung herbeiführen konnten. Nach Toren von Küng, Trachsler, Brem und Schefer zogen sie mit 7:2 davon. Damit war die Partie gelaufen.
Torhüter Matthias Schoder musste dem jungen Robin Kuonen Platz machen und kam nur noch für einen Penalty, den er abwehren konnte zurück aufs Eis. So liessen sie die Visper in diesem Drittel regelrecht abschlachten, ohne dass sie eine Reaktion zeigen konnten. Auch die beiden Ausländer blieben blass und konnten das Spiel in keiner Phase an sich reissen. Und es sollte an diesem Abend für die Visper noch schlimmer kommen. Im Schlussdrittel zogen die Ersatz geschwächten Thurgauer nach einem Tor von Keller auf 8:2 davon. Damit hatten die Gastgeber nach dem frühen Rückstand acht Mal in Serie getroffen. Bei einem einzigen Tor waren die Visper in Unterzahl. Erst in der Schlussphase vermochte das Visper Team wieder zu erwachen. Innert zwei Minuten trafen Dominic Forget auf Zuspiel von Andy Furrer und Michaël Loichat und Tomas Dolana auf Zuspiel von Michel Zeiter und Luca Triulzi zu zwei weiteren Toren. Viel zu spät, um die Schmach von Thurgau noch abwenden zu können. Damit stellt sich unwillkürlich die Frage, wie der Meister gegen die Spitzenteams der Liga bestehen und gegen einen Gegner wie den HC Thurgau gleich dreimal verlieren kann. Ein Fakt, den die Mannschaft in den nächsten Runden mit positiven Leistungen widerlegen kann, sogar widerlegen muss.












